Was ist Breathwork und vier Gründe, warum sich die „Arbeit“ mit dem Atem für Dich lohnt

 

“Und… wie oft hast du schon geatmet?” – diese Frage hörte ich auf meinem ersten Breathwork-Retreat diverse Male. An sich eine seltsame Frage, denn wir atmen ja ständig, immerzu, wir können nicht nicht atmen, oder wenigstens nur für sehr kurze Zeit können wir aufs Atmen verzichten. Der Weltrekord liegt bei gerade einmal 24 Minuten und 33 Sekunden (aufgestellt vom kroatischen Apnoetaucher Budimir Šobat in 2021). Und das ist nun wirklich nicht die Regel – die sind eher einige wenige Minuten – und dies zeigt auch die besondere Bedeutung, die der Atem für das Leben hat. Aber dazu später mehr…

Was also hatte es mit dieser Frage auf sich?

Nun, Atmen ist nicht gleich Atmen. 

Wir haben den “Alltags-Atem” auf der einen Seite. Er läuft meist unbewusst ab, eine autonome Grundfunktion des menschlichen Körpers und ein rein physiologischer Vorgang, gesteuert vom Atemzentrum im Hirnstamm. Die Atmung dient letztlich der Versorgung des Organismus mit Energie: Über die Lungen gelangt Sauerstoff in den Blutkreislauf und von dort in die Zellen. Über den Zellstoffwechsel wird der Sauerstoff dann verstoffwechselt und dem Körper steht Energie zur Verfügung. 

Besonders eindrucksvoll merke ich das immer im Wald: beim Wandern habe ich auf Wegstücken im Wald das Gefühl durch die viele gute Luft plötzlich viel mehr Energie zur Verfügung zu haben als auf Wegstücken, die entlang einer Straße führen. Ist Dir das oder etwas ähnliches auch schon einmal aufgefallen? Vielleicht kannst Du beim nächsten Mal, wenn viel Grün um Dich rum ist, mal beobachten, ob sich ein tiefes Durchatmen irgendwie anders anfühlt… 

Atmung lässt sich auch bewusst steuern

Unter den physiologischen Funktionen (Herz-Kreislauf-System, Verdauung…) kommt der Atmung jedoch eine Sonderstellung zu: Sie ist die einzige Körperfunktion des vegetativen Nervensystems, die sich auch willentlich steuern lässt (also außer jetzt mensch ist großer Yoga-Meister:in und kann den eigenen Herzschlag willentlich verlangsamen ;-). 

Und damit wären wir auf der anderen Seite der Atmung angekommen – der bewussten Atmung. Vielleicht hast Du schon über die Kraft und Bedeutung bewusster Atmung erfahren: manche kennen Pranayama, die Atemübungen aus dem Yoga. Pranayama ist eine Form von Breathwork. Breathwork, ganz allgemein, ist wie der Name schon sagt, Arbeit mit dem Atem. Also jede Form von bewusster Atemführung, -übung, ich würde sogar reine Atembeobachtung darunter fassen. 

Breathwork ist bewusstes Atmen oder bewusst geführter Atem jedweder Art

Breathwork liegt stark im Trend und manche nennen es schon das neue Yoga. Breathwork Methoden gibt es mittlerweile Dutzende und es werden gefühlt täglich mehr. Ein Weg der Unterscheidung ist sich die Zielsetzung bewusst zu machen, die beim Breathwork jeweils verfolgt wird. Ich möchte hier vier Zielsetzungen unterscheiden und diese sind auch zugleich die Gründe, warum sich die Arbeit mit dem Atem lohnt:

Zunächst wäre da Breathwork als Entspannungsmethode: Über die Atmung lässt sich das autonome Nervensystem ansprechen und steuern. Mit der richtigen Atemübung kannst Du so deinen ganzen Organismus innerhalb von einigen bewussten Atemzügen in den Modus Parasympathikus versetzen und damit Dein angeborenes Wellness-Center für Erholung aktivieren.

Mit der richtigen Atemübung kannst Du sofort entspannen

Wenn Du willst, dann kannst Du das Jetzt gleich ausprobieren, indem Du die Augen kurz schließt, Deine Aufmerksamkeit auf Deiner Atmung sammelst und dann auf die Ausatmung einen Summ-Ton oder sanft vibrierenden Vokal-Ton (zB. A, O…) erklingen lässt. Lass die Ausatmung ganz langsam ausströmen, während Du die Vibration im Körper und/oder Kopf spürst und beobachte, wie sie ausbreitend sanft dein Inneres massiert. Wiederhole das einige Mal, spiele dabei gern mit der Tonhöhe, Lautstärke, Richtung, Art des Vokals oder Summtons und spüre dann kurz nach, was sich durch die Übung geändert hat.

Als zweiten großen Block sehe ich Breathwork als Methode zur Steigerung von Vitalität. Auch die andere Seite des autonomen Nervensystems, der Sympathikus also, lässt sich über die Atmung direkt ansprechen. Der Organismus kommt so in eine Aktivierung und sprüht vor Energie. Das passiert zB beim Kapalabhati oder auch Bhastrika. Hierunter zähle ich auch Atem-Methoden, die die Belastbarkeit oder Immunabwehr steigern (wie die Wim Hof Atmung). 

Zum dritten wären die Breathwork-Methoden zu unterscheiden, die zur Steigerung von Konzentration und Achtsamkeit führen sollen. Der menschliche Geist gleicht über weite Teile des Tages ja eher einem wilden, ungebändigten monkey-mind als einem klaren, glatten Seespiegel. Gezielte Atemübungen können helfen, die Einpünktigkeit des Geistes herzustellen und zu üben. In der Meditation ist der Atem daher auch ein durchaus beliebtes Meditationsobjekt.

Die vierte Zielsetzung von Breathwork bringt mich nun zurück zu unserer Eingangsfrage: “Und… wie oft hast du schon geatmet?” Gemeint war damals natürlich bewusste Atmung. Und zwar diese letzte und vierte Breathwork-Methode, bei der es darum geht Erfahrungen zu machen. Bei dieser Methode wird die Atmung intensiviert, es wird schneller und mehr geatmet als normal. Dadurch ändert sich der normale Bewusstseinszustand, den wir tagtäglich erleben. Das Tor des alltäglichen Bewusstseins kann sich erweitern. Unbewusstes Material, wie z.B. Emotionen und Erinnerungen, die vorher nicht verfügbar waren, können nun aus dem unbewussten Untergrund an die Schwelle des Bewusstseins heraufsteigen.

Breathwork kann die Tore des Unbewussten öffnen und ermöglicht damit eine Vielzahl an intensiven, und auch heilsamen Erlebnissen

Dadurch können teils intensive Erfahrungen vielfältiger Art entstehen – Gefühle von Verbindung, tiefe persönliche Einsichten, Lösung emotionaler Blockaden oder auch einfach nur ein angenehmes, schwereloses Gefühl von Schweben stellen sich ein. Viele Menschen berichten von Kreativitätsschüben während und nach einer Breathwork Session.

Besonders diese vierte Methode unter den Breathwork Arten erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch ist es wahrlich keine Erfindung jüngster Zeit, sondern vielmehr gibt es weltweit dutzende Völker, Ethnien, Stämme und traditionelle Kulturen, die Atem als Technik zur Induktion einer Trance und damit zur Heilung und Selbstverwirklichung nutzten und nutzen. Denn schon immer haben die Menschen die besondere Bedeutung des Atems für das Leben verstanden und dies schlägt sich auch in den Begrifflichkeiten altertümlicher Völker und Sprachen nieder: 

Im Chinesischen bedeutet Chi die Energie des Lebens, die überall fließt. Chi bedeutet aber auch die Luft, wie wir atmen. Im Hebräischen bedeutet ruach Atem und Geist, ebenso im Lateinischen bedeutet spiritus Atem und Geist. Auch die Ähnlichkeiten zwischen dem Sanskrit Wort atman (das absolute Selbst oder die Seele in der indischen Philosophie) und Atmen sind etymologisch unverkennbar und solcher gibt es noch viele weitere Beispiele.

Dem Atem wohnt etwas Mystisches inne. An unser aller Anfang steht der Atem. Mit dem ersten Atemzug ist uns das Leben geschenkt. Eingehaucht. Und mit dem letzten Atemzug beenden wir das körperliche Dasein in dieser Welt, wenn der Hauch des Lebens, der Seele uns wieder verlässt.

Im Atem liegt eine Wahrheit über das Leben begründet, die nicht leicht in Worte zu fassen ist. Man muss sie erleben. Beim Atmen. Durchs Atmen. 

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Conscious Connected Breathwork

Conscious Connected Breathwork

Berlin, Weißensee

Wir atmen draußen in einem wunderschönen privaten Garten (nur wenige Gehminuten vom Strandbad Weißensee entfernt), geschützt unter einem Zelt. Die Atmung selbst dauert ca. eine Stunde, inkl. Ein- und Nachklang verbingen wir etwa 2,5 Stunden zusammen.

 

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