„Als ich begann nicht mehr so hart zu mir selbst zu sein, wurde auch der Rest der Welt sanfter

Clara Louise

Über Ikebuny

IKEBUNY ist ein ausgedachtes Wort. So wie letztlich jedes Wort. Denn ihre Bedeutung erhalten Wörter ausschließlich durch uns, die wir sie erfinden, mit Bedeutung belegen und entsprechend nutzen. Hier möchte ich nun versuchen zu erklären, welche Bedeutung für mich in dem Wort IKEBUNY ihren Ausdruck findet.

Ikebuny ist Sanftheit.

Hart zu sein, besonders zu mir selbst, aber auch zu anderen, war etwas, das ich mir aus verschiedenen Gründen über die Jahre angeeignet hatte. Doch das war nicht schön und schon gar nicht angenehm, wie ich irgendwann für mich feststellen musste.

Durch Yin Yoga habe ich wieder zurück zur Sanftheit gefunden. Und mittlerweile ist mir Sanftheit eine wertvolle Ressource und dadurch für mich persönlich unverzichtbar geworden, vor allem um meinen inneren Kritiker in Schach zu halten. Denn so nützlich dieser manchmal auch sein kann, beizeiten kann er erbarmunglos werden, daher braucht es passende Bändigungsstrategien.

Große Lehrmeister des Sanftmütigen sind mir meine Kaninchen – die süßen Bunnys. Denn ihr Wesen ist wahrlich durch und durch sanft. Selbst wenn sie bestimmt auftreten – und das tun sie durchaus – dann tun sie auch das mit einer fast zärtlichen, und dennoch bestimmten Sanftheit.

Zärtliche und dennoch bestimmte Sanftheit: IN Meinen Augen ist das eine Große Kunst und eine Mehr als erstrebenswerte Haltung, um der Härte und Strenge unserer Yang-lastigen Gesellschaft etwas entgegenzusetzen.

Ikebuny ist Bewusst sein.

In irgendeiner Weise hat alles, was ich unter IKEBUNY tue, anbiete und lehre mit Bewusstem Sein bzw. mit Bewusstsein zu tun. Entsprechend und deshalb spielt Meditation – die Disziplin, die dabei hilft mehr Bewusstsein zu schaffen – eine sehr zentrale Rolle in meinem Leben und für IKEBUNY. Es ist der Dreh- und Angelpunkt meines Wirkens als Lehrer und Berater.

Bewusstsein schärfen, Mehren, ausprägen und erweitern – das ist meine Mission für mich persönlich und auch als Lehrer und Berater.

Das Schöne an Meditation ist ja, dass es sie in vielerlei Formen und Farben gibt. Ikebana, zum Beispiel, ist eine Form von Meditation in Bewegung. Diese aus Japan stammende Kunst des Blumen-Arrangements ist dort eine der drei meditativen Zen-Künste und damit eine Aktivität, die dazu einlädt in vollem Bewusstsein ausgeführt und erlebt zu werden.

Seit einiger Zeit gehe ich dieser Kunstform des Ikebana mit großer Freude als Hobby nach und so manches dekorative Blumen- & Zweige-Ensemble hat seinen Weg auch schon in meinen Unterricht gefunden, wie zum Beispiel hier auf dem nachfolgenden Bild ganz links zu sehen.

Für Das Ikebana, genauso wie im Yoga, geht es darum bewusst zu werden, was man tut und warum man es tut. Für ein Leben im Einklang mit sich Selbst übrigens auch.

Sidenote: Passenderweise liegen die Anfänge und Wurzeln des Ikebana sogar tatsächlich in Blumenopfern, die von buddhistischen und shintoistischen Mönchen auf den Altären der Tempel platziert wurden. Eine schöne Tradition, an die ich in meinem Unterricht gerne anknüpfe.

Doch nun zurück zum meditativen Aspekt des Ikebana: Es geht darum, die einzelnen Blumen und Äste ganz bewusst wahrzunehmen, sie vollständig und in ihrem ganzen Sein, in ihrer einzigartigen Besonderung und Beschaffenheit, zu erfassen. Dabei vor allem auch ihre (vermeintlichen) Mängel und Unebenheiten offen anzunehmen, diese vielmehr und sogar als ihre besonders-machenden Spezifika zu begreifen und ihnen im Arrangement wohlwollend zum Ausdruck zu verhelfen. Auf den Punkt gebracht, geht es darum, bewusst zu sein, was man da gerade tut und warum man es eigentlich tut.

Für jeden, der es zulässt, wird Yoga mehr werden, als das Einnehmen bestimmer Stellungen und Körperformen. Es ist ein Lebensweg, der uns hilft mehr Bewusstsein zu schaffen und damit in letzter Konsequenz ein freud- und friedvolles Leben zu führen.

Darin sehe ich viele Paralellen zum Yoga – wenigstens so, wie ich ihn begreife und lehre. Viel zu häufig stolpern wir unbewusst durchs Leben, werden gesteuert – ohne dass wir es merken – von äußeren Einflüssen, latenten Ängsten, gewohnheitsmäßigen Mustern oder sonstigen verdeckten Kräften. Für ein selbstbestimmtes Leben gilt es diese Unbewusstheiten nach und nach, Schritt um Schritt aufzulösen. Erst durch den Akt bewusster Selbstbestimmung wird man frei, ein Leben in Einklang mit den eigenen Präferenzen, Prioritäten und Plänen zu führen, ein Leben in Einklang mit sich selbst. Und es ist meine feste Überzeugung, dass dies eine elementare Voraussetzung ist für ein Leben, das uns wahrhaft Freude und Zufriedenheit bringt.

Kurz und KNapp nun also:

Ikebana + Bunny = Ikebuny.

Ikebuny = sanftes Bewusst sein.

Wie ein kaninchen, das Meditiert.